Die Datenstory – Excel für Journalisten

SchmidliFür viele Journalisten ist eine Exceltabelle eine wirre Ansammlung von Zahlen. Doch hinter diesen Zahlen stecken Geschichten – wenn sie auch nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. „Excel ist gar nicht so schwierig“, macht Julian Schmidli gerade der Garde Journalisten Mut, die sich selber als Mathematik- und Statistik-Nieten sehen. Schmidli hat eine ganz klare Meinung: „Jeder gute Redaktor muss mit Excel umgehen können.“

Es gilt allerdings Einiges zu beachten. Schmidli geht mit neuen Daten nach einem bewährten Muster vor:

  1. Qualitätscheck
  2. Formatieren und Bereinigen
  3. Analysieren
  4. Geschichte erzählen

Zur Qualität: Man müsse sich immer fragen, wie die Statistik entstanden ist. „Hat die Quelle selber ein Interesse, an den Daten zu schrauben? Weshalb wurden die Daten überhaupt gesammelt?“, das sind Fragen, die man sich unbedingt stellen müsse.

Im zweiten Schritt gilt es, sich eine Übersicht zu verschaffen. Tabellen, die über mehrere tausend Zeilen verfügen, lassen sich einfach filtern. In Excel gibt es dazu verschiedenste Hilfsmittel. Die wichtigsten hat Schmidli in seiner Präsentation zusammengefasst. Vorsicht: Die Original-Datei separat abspeichern, ehe man die Datei zu verändern beginnt.

Bei der Analyse sollte man ein Ziel vor Augen haben: Was will ich herausfinden? Kreativität ist gefragt. „In der Medienmitteilung steht nicht immer alles, was die Tabelle hergibt. Man muss zwischen den Zeilen lesen“, rät Schmidli. Mit der „Sortieren“-Funktion kommt man oft zu interessanten Erkenntnissen. „Die Randdaten interessieren.“ Wichtig: Die Zahlen können immer auch in Relation zu etwas gesetzt werden. Vielleicht ist es aussagekräftiger, welche Region die grösste Millionärsrate im Vergleich mit der Bevölkerungszahl hat, anstatt die höchste absolute Anzahl von Millionären.

Ein sehr nützliches Instrument sind für Schmidli so genannte Pivot-Tabellen. Sie führen mit wenigen Klicks zu Übersicht. Als letzter Tipp rät Schmidli, auch mal beim Bundesamt für Statistik anzurufen. Oftmals würden die Statistik-Experten gerne weitere Auskünfte geben.

 

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